Vielen Dank, Pfarrer Chalecki!

Pfarrer Robert Chalecki war seit 2014 als Subsidiar bei uns tätig. Ab dem 1. November übernimmt er neue Aufgaben. Die Gemeinde dankt ihm herzlich für seinen Dienst und wünscht ihm Gottes Segen.

Maria, Hilfe der Christen

 

Unsere Pfarrkirche ist die Kirche Maria, Hilfe der Christen in Spandau. Sie steht an der Flankenschanze 43 (Ecke Galenstraße) und wurde 1908-1910 im neuromanischen Baustil aus Backstein gebaut.

 

Das Kirchengebäude

Grundriss 1911Der Bauplan stammt von dem Architekten Christoph Hehl, Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg. In neuromanischer Backsteinbauweise – wie auch das zur gleichen Zeit entstandene Pfarrhaus – entstand ein überkuppelter Zentralbau über einem kreuzförmigen Grundriss in ungefährer Nord-Süd-Ausrichtung. Die gewölbte Kuppel des Zentralbaus bildet ein Zehneck  mit 20 oberen Fenstern. Auf der nördlichen Seite sind drei Konchenkapellen mit dem Hauptaltar und zwei Nebenaltären angegliedert, auf der anderen Seite eine  Vorhalle  mit Orgelempore. Zwei kurze Querschiffe ergänzen die Kreuzform. Durchbrüche von den Querarmen zu den seitlichen Konchen und zur Vorhalle ergeben einen Umgang für Prozessionen.

Der  fünfgeschossige Kirchturm an der Südseite ist 52,5 Meter hoch. Er wird von einem achteckigen kurzen Helm gekrönt, dessen Unterbau von runden Ecktürmchen und Ziergiebeln flankiert wird.

 

Innenausstattung

Die ursprüngliche Innenausstattung wurde durch Kriegseinwirkung weitgehend zerstört. Nach dem Wiederaufbau blieb sie zunächst provisorisch.

 

Ab 1968 erfolgte die Neugestaltung nach den Vorgaben der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils durch den Berliner Architekten Georg Schönfeld. Der neue blockhafte Altar aus Anröchter Dolomit wurde aus der Konche zum Mittelraum vorgezogen; er wurde - wie auch Ambo und Priestersitz - gestaltet von Paul Brandenburg und am 17. Mai 1969 geweiht.  Hinter dem Altar wurde ein siebenarmiger Leuchter in Bronze aufgestellt. Die bronzene Kreuzigungsgruppe in der Mittelapsis ist ein Neuguss der im Krieg zerstörten Figuren von Josef Limburg, die zum früheren Hochaltar gehörten. Da die Gussformen noch existierten, konnten sie neu gegossen und in die Gestaltung einbezogen werden.

 

 

Die Nebenaltäre in den seitlichen Konchen wurden entfernt. Die linke Seitenapsis nahm einen neuen Tabernakel von Georg Schlüter auf, in der rechten fand der alte Taufstein seinen Platz. Hinter Tabernakel und Taufstein füllen zwei abstrakte „Meditationsbilder“ die ansonsten weißen Wände. Diese Bilder stammen von dem Künstler Gerhard Köhler (1923-1974) und sind in Seccomalerei ausgeführt. Das Bild hinter dem Tabernakel trägt den Titel ''Cherubim'', das auf der Rückwand des Taufsteins ''Durchzug durch das Rote Meer''.

 

 

 

 

Von 2000 bis 2006 wurden abstrakte farbige Glasfenster von Johannes Beeck aus Nettetal eingesetzt. 51 dieser Fenster finanzierte der ''Verein der Freunde der St.-Marien-Kirche e.V.'' aus Spenden, zwölf weitere wurden privat gestiftet. Zwei Galvanoplastiken der Heiligen Maria und des Heiligen Josef aus der Anfangszeit der Kirche, 1910 geschaffen vom Bildhauer Heinrich Pohlmann, die die Kriegszerstörung überstanden haben, wurden restauriert und sind wieder in der Kirche aufgestellt.  

 

 

Baugeschichte

 

Um 1900 lebten rund 9000 Katholiken in Spandau, die Gemeinde war vor allem infolge der Industrialisierung durch Zuwanderung aus den katholischen preußischen Ostprovinzen erheblich angewachsen. Die Kirche St. Marien am Behnitz war zu klein geworden. Deshalb wurde von 1908 bis 1910 eine größere Kirche gebaut – an anderer Stelle, weil denkmalpflegerische Überlegungen und der moorige Untergrund den Abriss und einen größeren Neubau am alten Platz nicht zuließen. Man erwarb ein Baugrundstück an der Ecke Askanierring/Moltkestraße (heute: Ecke Flankenschanze/Galenstraße), damals knapp außerhalb der Bastionen. Feierliche Grundsteinlegung durch den Fürstbischöflichen Delegaten Prälat Carl Kleineidam war am 20. Mai 1909, das Richtfest am 5. Dezember 1909. Bereits am 30. Oktober 1910 konnte der Fürstbischof von Breslau, Georg Kardinal von Kopp, zu dessen Erzbistum Spandau damals gehörte, die Kirchweihe vornehmen.

 

Am 6. Oktober 1944 war die Kirche bei einem Fliegerangriff so stark zerstört worden, dass die englische Militärregierung später die Sprengung anordnete. Diese konnte jedoch durch intensive Bemühungen von Geistlichem Rat Willy Nawrot und Baurat Felix Lukanek abgewendet werden. Die Gottesdienste fanden vorübergehend wieder in der Marienkirche am Behnitz statt. 1946 wurde das Kirchengrundstück in Eigenleistung von Gemeindemitgliedern enttrümmert, 1948 begannen die Wiederaufbauarbeiten, die sich bis 1952 hinzogen; Richtfest war am 10. Oktober 1950. Am 22. Mai 1952 wurde die Kirche nach der Altarweihe durch den Berliner Bischof Wilhelm Weskamm in ihrer früheren Gesamtgestalt wieder für Gottesdienste in Gebrauch genommen.

 

Quelle: Wikipedia




Stand: 20.11.2014 19:34